NLP Augenbewegung Zugangshinweise

Besondere Wahrnehmungen – Augenbewegungen

Eine spannende Übung zu den Repräsentationssystemen ist es Augenbewegungen zu beobachten, während man bestimmte Fragen stellt. Fragen, die versuchen immer nur ein Repräsentationssystem anzusprechen. Dabei wird man verschiedene Bewegungen der Augen wahrnehmen können, die bei den meisten Menschen ähnlich sind. Am einfachsten ist das mit Kindern – Stellen sie sich mal das Bild eines kleinen Jungen vor, der überlegt, wie er an die Bonbons kommt. Wohin gehen die Augen? Und warum bewegen diese sich wenn man denkt. Das hat nach NLP etwas mit dem Zugriff auf die einzelnen Repräsentationssysteme zu tun und wird Augenzugangshinweise genannt. Für Coaches ist das wichtig, da man beim genauen Beobachten des Klienten mitbekommen kann, wie er seine Informationen intern abruft. Dies ist nicht immer ein genauer Ablauf wie bei einem Computer, sondern oft ein kreativer Prozess, der dem Denken des betreffenden Menschen folgt. So kann es sein, dass bestimmte Menschen überhaupt keine Bewegungen der Augen haben, andere ganz eigene Strategien entwickelt haben, die sogar Kopfbewegungen und das Schließen der Augen beinhalten. Daher nennen wir das nur Zugangshinweise. Die Betonung liegt auf Hinweis. Eine Aussage wie „Der lügt, weil er konstruiert“ kann man ohne zugrundeliegende Kalibrierung nicht annehmen. Daher zeigt das nachfolgende Bild nur Wahrscheinlichkeiten die nach NLP Tests bei etwa 70 % der Westeuropäer, die Rechtshänder sind, feststellbar sind:

2018-04-16Vk: Visuell konstruiert
Ve: Visuell erinnert
Ak: Auditiv konstruiert
Ae: Auditiv erinnert
Kin/H: Kinästhetische und haptische Erinnerungen
Aid: Auditiver innerer Dialog

Das Bild ist so, als ob Sie gerade jemanden in die Augen sehen. Wenn ich jetzt von rechts und links spreche, dann meine ich immer vom Standpunkt des Betrachteten. Also ist rechts oben visuell konstruiert. Und links oben ist visuell erinnert. Das bedeutet, dass man mit dieser Augenbewegung vielleicht versucht sich an vergangene Ereignisse zu erinnern und das Bild davon aufzurufen. Die Frage: „Welche Haarfarbe hatte Deine erste Lehrerin?“ wird solch eine Bewegung auslösen. Das Konstruierte hingegen ist der Versuch Neues zu erschaffen. Also im visuellen neue Bilder. „Wie hätte Deine Lehrerin der ersten Klasse mit Rastalocken ausgesehen?“, wird vielleicht erst eine Bewegung nach Ve ergeben, um das Bild der Lehrerin holen, und dann nach Vk zu gehen und die Rastas hinzu zu visualisieren. Je komplexer die Gedankengänge, desto mehr Bewegungsabläufe.

Ähnlich ist es mit dem auditiven Kanal. Wie legen wir Erfahrungen ab, die über die Ohren aufgenommen wurden? Man hat herausgefunden, dass der Unterschied in der vertikalen Ebene zu finden ist. Also der Zugriff ist nicht ganz so weit oben. Stellen Sie sich vor, Sie schauen zu Ihren Ohren. Das ist der Bewegungsimpuls des auditiven Systems. Rechts oder links, also erinnert oder konstruiert entspricht dem visuellen System – nur eben nicht so hoch.

Und unten sind die Gefühle, also der Bereich, der mit dem Fühlen zu tun hat. Und was man alles Fühlen kann: Liebe, Ärger, Freude und so weiter, aber auch das Gefühl von kaltem Wasser auf der Haut. Versuchen Sie sich jetzt mal vorzustellen, wie sich das anfühlt? Sie merken, die haptischen Informationszugriffe sind meist ebenso im Bereich der nach unten gehenden Augenbewegungen zu finden. Und als letztes hat noch der innere Dialog seinen Platz in der Nähe der Repräsentation der Gefühle: „Was sagst Du Dir, wenn Du Dich richtig freust?“ Die Bewegung ist oft links unten zu finden und deutet auf einen auditiven inneren Dialog Aid hin. Alle Bewegungen nach unten werden übrigens auch gerne kaschiert, durch Schließen der Augenlieder oder dadurch, dass statt der Augen der Kopf bewegt wird. Es soll doch nicht jeder mitbekommen, was man fühlt.

Augenzugriffshinweise sind nicht eindeutig, sondern immer mehrdeutig. Vor allem im Bereich der Suche nach Informationen ergeben sich viele Bewegungen. Ein geübter Beobachter wird diesen Suchprozess erkennen. Manche Vorgehensweisen im NLP und Coaching dürfen erst losgehen, wenn die betreffende Information gefunden wurde. Ein Beispiel: Stellen Sie sich mal die Frage, ob Ihr Entschluss, einen bestimmten Berufsweg einzuschlagen oder eine bestimmte Person zu heiraten der richtige war? Wohin gehen die Augen, wenn Sie die innere Antwort bekommen? Wahrscheinlich werden bestimmte Bewegungen stattfinden, die dann im Bereich der Gefühle enden. Die meisten Menschen können erst dann „vernünftig“ entscheiden, wenn das passende Gefühl dazu eintritt.

Zum Abschluss noch: Es gibt auch Menschen, die Ihre Augen nur minimal oder überhaupt nicht bewegen. Das kann man trainieren und kann sowohl eine Fähigkeit, als auch ein Hindernis sein. Lernen Sie den Menschen kennen und sie werden feststellen, dass sein Körper andere Aspekte entwickelt hat, um den Zugriff zu unterstützen. Bewegung des Kopfes, des Körpers, das Zucken von einzelnen Muskeln – also einfach nur verschoben.

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