Die Protagonisten im Coaching

Der Bereich des Bewusstseins ist viel größer, als sich mental ermessen lässt. Wenn du nicht länger alles glaubst, was du denkst, löst du dich vom Denken und siehst klar, dass der Denker nicht der ist, der du bist.

Eckhart Tolle – spiritueller Lehrer

Coaching ist eine Interaktion von zwei Menschen auf gleicher Ebene. Ich rede für dieses erste Kapitel mal von den Protagonisten. Also den Hauptpersonen, um den es sich beim Coaching handelt – also um den Coach und um den Klienten. Und Beide sind wichtig. Daher stelle ich diese ganz an den Anfang dieses Buches. Lassen Sie uns mit dem Coach beginnen. Also vielleicht Sie, der geehrte Leser, welcher jetzt gerade hier hereinschnuppert. Vielleicht sind Sie schon Coach oder Sie wollen es werden. Doch wie kommt es dazu?

Der Weg des Coaches

Es gibt Menschen, die sich aus ihrem Beruf heraus entschließen ihr Leben zu verändern. Ursache sind ein wachsender Leidensdruck, durch Leistungsdruck im Unternehmen oder auch durch plötzliche persönliche Veränderungen im Leben – Trennungen, Trauer oder Lust auf Neues. Diese Menschen entscheiden ihr Leben zu verändern und einen neuen Weg zu gehen. Und Coaching bietet scheinbar alles was einen besonderen Beruf ausmacht. Die Arbeit mit Menschen, sowie die Sinnhaftigkeit oder auch das Abenteuer immer neue Lösungen zu finden. Jetzt beginnt eine persönliche Entwicklung. Der Mensch möchte weg von alten Strukturen und etwas über Coaching lernen. Der Einstieg kommt meist über verschiedene Wege: NLP, Mentaltraining, therapeutische Erfahrungen, systemische Aufstellungen oder durch Coaching-Ausbildungen. Und diese Ausbildungen verändern den Menschen und machen ihn bereit für die Arbeit mit Menschen. Er verändert dann erst einmal sein eigenes Leben. Beim Teilnehmer beginnt eine innere Öffnung zu den eigenen Fähigkeiten, die für das Coaching notwendig sind. Doch dafür wird ein Preis gezahlt, den sich viele Coaches vorher nicht klargemacht haben. Denn Veränderung ist ein Prozess und ist er einmal angestoßen, geht es immer weiter. Und je mehr man sich verändert desto kleiner werden zwar die Veränderungsschritte, aber die Häufigkeit nimmt erst einmal rasant zu. Denn der werdende Coach wird sensibler für andere Menschen und vor allem für sich selbst. Er entwickelt neue Antennen der Wahrnehmung. Er entwickelt einen besseren Kontakt zum eigenen Unbewussten, welches ihn dann mit vielen Informationen versorgt, die vorher nicht bewusst waren. Da dies kein selektiver Vorgang des Gehirns ist, wird aber das auch im Umgang mit den Freunden, Partnern, Nachbarn aktiv sein. Plötzlich erkennt ein werdender Coach vielleicht die subtilen Manipulationsversuche des eigenen Partners. Er erkennt die Trivialität der Verhaltensweisen mancher Menschen, mit denen er vorher gut ausgekommen ist. Höchstwahrscheinlich wächst der Wunsch nach Austausch auf einer neuen bewussteren Ebene. Und dadurch kann sich auch das Umfeld verändern. Eine Teilnehmerin fragte mich neulich mal, ob ich denn nicht eine Trennungsstatistik bei meinen Ausbildungen habe? Das sagt schon fast alles. Aus meiner Sicht bedeutet Veränderung jedoch nicht Trennung von Partnern und Freunden. Es zeigt nur, dass eine einseitige Entwicklung innerhalb menschlicher Beziehung zu Spannungen führt, die nur durch Respekt und Geduld für die Mitmenschen gelöst werden können. Sie als Coach werden sich also vielleicht verändern, aber Sie lernen auch die Werkzeuge, um damit umzugehen. Seien Sie sich im Klaren, das Veränderung immer Auswirkungen auf ihren gesamten Lebensbereich hat. Planen Sie dies mit ein, wenn Sie sich auf den Weg machen. Denn Leben ist Veränderung.

 

Der Weg des Klienten

Den Coach könnte es ohne sein Gegenüber nicht geben: den „Klient“. Manche Coaches nennen ihn auch den Coachee. Zum Glück konnte sich der Begriff bisher nicht durchsetzen, da er ja auch ein Beziehungsgefälle wie bei Trainer und Trainee impliziert. Diese Art der Zusammenarbeit widerspricht dem Grundgedanken des Coachings als gemeinsamer Prozess zwischen gleichberechtigten Parteien. Somit hat sich der der Begriff Klient durchgesetzt, da er eine Zusammenarbeit auf gleicher Ebene mit Auftrag definiert.

Was bringt einen Menschen dazu sich einen Coach zu suchen?

Menschen kommen meist zum Coach, weil sie mehr wollen als nur „leben“. Das Überleben im Alltag frisst einen auf, sagte einmal ein Klient zu mir und irgendwie konnte ich ihn verstehen. In der heutigen schnelllebigen Zeit geht es den Menschen vielmehr um Sinnhaftigkeit, Life-Balance oder Weiterentwicklung. Typische Aufträge mit denen ein Klient zu einem Coach kommt, sehen daher im Unternehmensalltag oft folgendermaßen aus:

  • Den Leistungsdruck im Unternehmen
    besser handhaben zu können.
  • Für festgefahrene Wege neue kreative Lösungen finden
  • Unterstützung und Beratung für Management und Führungsprobleme
  • Hilfe beim Karriereknick
  • Startup- Beratung
  • Umgang mit „schwierigen“ Mitarbeitern
  • Mobbingthemen
  • Kommunikationsprobleme in Gruppen und Teams

Was sind persönliche Thematiken außerhalb des Berufskontexts?

Manche Klienten nutzen Coaching auch als Lösungshilfe für Alltagsprobleme.

  • Lernschwierigkeiten von Kindern / Erwachsenen
  • Ehe- und Paarberatung
  • Personal Coaching für Sport, Leistungssteigerung etc.
  • Hilfe bei persönlichen Lebenskrisen
  • Hilfe und Unterstützung auch für organisatorische Aspekte, die mit persönlichen Themen verwachsen sind (Scheidungsthemen, Erbangelegenheiten …)

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