Die Qualität, die heilt

Auf der Suche nach hilfreichen Aspekten der Veränderung finden wir meist in den Erlebnissen der Klienten starke Ressourcen. Der Klient wird die Erfahrungen jedoch oft erst einmal als „normal“ bezeichnen und sich dieser noch nicht bewusst sein. Doch wenn er erkennt, was bereits alles vorhanden ist, dann fällt es leicht, dies in den neuen Lebensweg zu integrieren. Die Suche nach diesen Ressourcen ist für Coach und Klient ein oft sehr positiv und erhebend. Denn wenn man die richtige Kraftquelle erkennt, ist das wie der archimedische Hebel, mit dem man die Welt (des Klienten) aus der Bahn bringen kann. Und damit kann man den Menschen auch auf eine neue Bahn einladen, die erfolgversprechender als der alte Weg ist. Nutzen Sie als Coach also einen Teil der Arbeit für die Suche nach dieser Quelle. Es lohnt sich. Dabei werden Sie feststellen, dass es nicht immer die großen Qualitäten sind. Also Liebe, Erfolg, Ruhe, Gelassenheit o.ä., sondern die kleinen Aspekte, welcher der Klient meist nicht direkt bewusst hat oder gar als selbstverständlich annimmt. Oft nimmt er diese in seinem Lebenskonzept nicht mehr wahr und vergisst diese Aspekte für Lösungen.
„Ich kann mich nicht verändern“, sagt ein Teil vom Klienten, „das dauert zu lange oder bringt nichts“. „Ja“, sagen Sie dann zu ihm, „einfach einen Strich zu zeichnen bringt nichts, doch aus dem Strich einen Buchstaben werden zu lassen und aus Buchstaben Worte und aus Worten Sätze, aus Sätzen Absätze und aus Absätzen ganze Kapitel, die sich zu Büchern bündeln sind besser als keinen Strich zu machen!
Mehrkanalige Kommunikation und Metaebenen
Das Spannendste, was wir aus diesen Geschichten immer wieder lernen können, ist, dass Kommunikation immer in mehreren Ebenen stattfindet. Und als geübter Coach und Kommunikator schaffen Sie es, unterschiedliche Intentionen auf den verschiedenen Ebenen der Kommunikation zu transportieren. So können Sie auf der faktischen Ebene der Sprache, wie oben beschrieben, einfache Grundlagen des Schreibens erklären. Ihre Hauptintention als Coach ist dabei jedoch, dass der Klient versteht, dass Lernen eine Abfolge von aufeinanderfolgenden Lernschritten ist. Dieser Teil wird als nonverbaler Aspekt mit in die Kommunikation einfließen, auch wenn Sie das nicht direkt ansprechen. Wenn der Klient das dann selbst erkennt, ist es seine eigene Einsicht. Diese wird weit weniger gefiltert als Tipps und Ideen von außen – Was Sie sonst wieder zu einer Art Berater machen würde.
Das Lernen der mehrdimensionalen Vorgehensweise ist ein großes Ziel für Coaches und bietet ein weites Lernfeld. Formate der Hypnose und des Mentaltrainings nutzen gezielt diese Aspekte, um Veränderung zu bewirken. Und auch, wenn man keine Hypnose im klassischen Sinn anwendet, um eine Sitzung zu führen, so sind „miltonsche Sprachmuster“ sehr hilfreich, um mehrere Ebenen der Kommunikation gleichzeitig auszuführen. Für die Utilisierung der Ressourcen des Klienten braucht es einen Blick für das Gesamtsystem des Menschen der vor Ihnen sitzt und eine Intention diese zu erwecken. Das braucht jedoch nicht immer für den Klienten als bewusster Prozess zu geschehen. Nach den Vorträgen von Milton Erickson sind die Teilnehmer oft etwas gelangweilt nach Hause gegangen. Er hat dort viele Geschichten über sein Leben auf der Farm und auf dem Land erzählt. Und manch einer der Zuhörer dachte sich sicherlich, was das denn sollte und keiner konnte den Zusammenhang verstehen. Und was hat das mit Veränderung zu tun? Doch Wochen später kamen dann Dankesbriefe bei Milton an, nachdem die Veränderung plötzlich sichtbar wurde, die auf einer anderen Ebene während der Geschichten transportiert wurde.