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Informationen zu Biovalent Manual Therapy . Biovalent Systems von Frank Lowen

Biovalent® Manual Therapy

Von Laurie Levine-Lowen, OTR/L, LMT

Wir wissen heute immer mehr über die komplexen Vorgänge, mit denen sich der menschliche Körper schützt und heilt und über die er sein gesundheitliches Gleichgewicht bewahrt. Umso deutlicher wird: Die erfolgversprechendsten Therapieansätze unterstützen den Körper und seine Funktionen anstatt die natürlich ablaufenden Prozesse zu behindern.

In der von Frank Lowen entwickelten Biovalent® Manual Therapy (BMT) steht genau dieser Ansatz im Mittelpunkt. Das Besondere dieser neu entwickelten Körpertherapie ist die Art und Weise, mit der BMT-Therapeuten ihre Hände einsetzen: Mit BMT können sie gezielt mit unterschiedlichen Geweben arbeiten, ohne von außen zusätzlichen Druck auf den Körper auszuüben. Dabei machen sie sich körpereigene Mechanismen zunutze, um mit ihrer sanften Arbeit nachhaltig Spannung, Muster, Aktivität und Rhythmus der jeweiligen Gewebsstruktur zu verändern.

Biovalent® Manual Therapy ist sanft, sicher, schnell und effektiv. Ihr breites Einsatzspektrum ermöglicht sowohl die Arbeit mit biomechanischen und physiologischen als auch mit neurologischen und kognitiven Problemen. Die Behandlungserfolge zeigen sich u.a. in schneller ablaufenden Heilungsprozessen, zunehmender Beweglichkeit, weniger Schmerz, besserem Schlaf, größerer geistiger Klarheit sowie einem wachsenden allgemeinen Wohlbefinden.


Über Frank Lowen

Frank Lowen, ursprünglich Künstler von Beruf, beschloss Körperarbeit zu lernen, um sich mit dem dabei verdienten Geld über Wasser zu halten. Er hatte sich bereits mit unterschiedlichen Ansätzen beschäftigt, als er sein erstes Craniosakral® Seminar bei Dr. John Upledger absolvierte. Die Veränderung, die diese Arbeit an seinen eigenen chronischen Symptomen bewirkte, beeindruckte ihn zutiefst. Seine Begeisterung für diese Arbeit und seine Fähigkeit, das Gelernte umzusetzen, führten ihn bald selbst ins Dozenten-Team und in der Folge illustrierte er die gesamten Lehrmatererialien sowie eines von Dr. Upledgers Büchern. Im Rahmen einer Seminarreihe für fortgeschrittene Therapeuten lernte er in einem Kurs über Visceral Manipulation die Arbeit des französischen Osteopathen Jean-Pierre Barral kennen. Die Geschwindigkeit, Effizienz und Präzision Barrals faszinierten ihn und in der Folge besuchte er jedes seiner Seminare in den Vereinigten Staaten, mit dem Wunsch, Technik und Form dieser Arbeit von Grund auf zu lernen. Barral wurde auf ihn aufmerksam und bat ihn, zu einem späteren Zeitpunkt, seine Lehrtätigkeit in den USA zu übernehmen, was dazu führte, daß Frank Lowen in den folgenden vier Jahren bei allen Seminaren assistierte, die Barral dort hielt. 1990 gab Frank Lowen dann selbst sein erstes Seminar in Visceral Manipulation und fungierte fortan als Leiter des Departement of Visceral Manipulation am Upledger-Institut.

Im Zuge der Auseinandersetzung mit Barrals Arbeit war Lowen 1993 auf bislang unbekannte Motilitäten und Mechanismen aufmerksam geworden. Als sich in der Diskussion mit Barral herausstellte, daß Lowen hier eigene, neue Entdeckungen gemacht hatte, ermutigte ihn Barral, diesen Weg weiterzuverfolgen - allerdings, ohne ihm allzuviel davon zu erzählen. Da Barral die Entwicklung seiner eigenen Arbeit als noch nicht abgeschlossen betrachtete, wollte er vermeiden, unbeabsichtigt die Entdeckungen und die Arbeit eines anderen in sein Therapie-Modell zu übernehmen. Während Lowen in dieser Zeit weiter seine Visceral-Seminare hielt, erzählte er Sharon Weiselfish, einer Therapeutin, die seine Kurse besuchte und unterstützte, von einigen seiner neuen Techniken. Weiselfish, Besitzerin einer großen Physiotherapie-Praxis und beeindruckt von Lowens Fähigkeiten in Visceral Manipulation, bat ihn, wann immer er seiner Seminare wegen in ihrer Nähe zu tun hätte, mit Patienten aus ihrer Praxis zu arbeiten.

Als er einmal mit einem Patienten arbeitete, der bis dahin nicht auf die Behandlung ansprach, wandte Lowen mit großem Erfolg einige seiner neuen Techniken an. Weiselfish erkannte, dass dies ein neuer Ansatz war, fragte nach und Lowen erzählte ihr von seinen Entdeckungen und seinem Therapieansatz und erklärte, dass dies nur ein Teil all dessen war, was er entwickelt hatte. Weiselfish, die bereits zu dieser Zeit eine eigene Seminarfirma besaß und dadurch viele Menschen mit Interesse an Manual-Therapie kannte, bot ihm ihre Hilfe dabei an, diesen neuen Therapieansatz zu lehren und zu verbreiten. Lowen und Weiselfish vereinbarten daraufhin, bei der Entwicklung und Organisation dieser Entdeckungen zusammen zu arbeiten und präsentierten dieses und weiteres umfangreiches Material ab 1995 unter dem Namen Therapeutic Horizons.

Die Zusammenarbeit von Lowen und Weiselfish währte bis 2002, als es wegen unüberbrückbarer philosophischer Differenzen nicht mehr möglich war, die gemeinsame Arbeit fortzuführen. Zu dieser Zeit hatte Lowen bereits begonnen, unter dem Namen Illuminatis zu firmieren und prägte später den Begriff Biovalent® Systems als Begriff für seine Arbeit. Im Jahr 2000 kamen Jean-Pierre Barral und Frank Lowen dann überein, dass es an der Zeit für Lowen sei, seine Stelle als Direktor am Upledger-Institut aufzugeben, um sich voll und ganz der Weiterentwicklung seiner Arbeit widmen zu können.

Einflüsse anderer Therapieansätze

Neue Therapieformen entstehen nicht im Vakuum: Jeder vorher gelernte Ansatz und jede vorher studierte Philosophie haben Einfluß auf Konzeption und Entwicklung auch radikal neuer Techniken. Mit großem Respekt erkennen wir all die Praktiker, Wissenschaftler und Philosophen an, die die Grundlagen geschaffen haben, auf denen die Entwicklung dieser Arbeit gründet. Besondere Anerkennung geht hierbei an Jean-Pierre Barral. Unter seiner Führung lernte Frank Lowen, sich dem menschlichen Körper sehr präzise und mit großem Respekt zu nähern und mit seinen Händen auch noch sehr feine Rhythmen und Spannungen wahrzunehmen. Lowen übernahm auch Barrals Überzeugung, nach der Symptome solange nicht auftreten, bis die Fähigkeit zu kompensieren aufgebraucht ist. Dieser Ansatz ist es auch, der ihn zu der Überzeugung führte, stets mit den größten Spannungs¬mustern zu arbeiten um die wirksamsten Veränderungen zu erzielen und nicht mit den Symptomen.

Besondere Wahrnehmungsfähigkeit der Hände

Während der Jahre in denen Frank Lowen behandelte und unterrichtete, wurde ihm klar, dass die Perzeptionsfähigkeit seiner Hände und die Art und Weise, wie er sie einsetzte und mit ihnen arbeitete, neue Möglichkeiten in der therapeutischen Behandlung eröffneten. Am deutlichsten wurde dies bei den neuen Techniken, die er selbst entwickelt hatte. Anfänglich erstaunt darüber, dass seine Kursteilnehmer nicht zu ähnlichen Ergebnissen kamen wie er selbst, begann Lowen genauer zu analysieren, was das Besondere im Gebrauch seiner Hände ausmachte. Und tatsächlich erhöhten sich Effektivität und Kompetenz seiner Studenten signifikant, nachdem die Ergebnisse dieser Überlegungen mit in die Ausbildung übernommen worden waren. Die in diesem Zusammenhang weiterentwickelten Erkenntnisse, bildeten dann später die Ausgangsbasis für die Ausbildungsreihe "Manual Perception".

In der Arbeit mit empfindlichen, reaktiven Geweben konnte Lowen immer dann den präzisesten Kontakt und ein optimales Ergebnis erzielen, wenn er einen leichten Zug auf das Körpergewebe ausübte. Dabei visualisierte er das betreffende Gewebe, was seine Aufmerksamkeit tief in diese Strukturen brachte. Wenn er nun Spannung in seine Hand brachte, wurde das Gewebe quasi magnetisch angezogen, auch ohne die Haut tatsächlich zu halten. Er bemerkte, daß sich durch diese Herangehensweise die körpereigenen Prozesse verstärkten. Das aktive sich-vorstellen dieser Strukturen ist also mitentscheidend für diese Arbeit - und ein guter Grund dafür, immer wieder darauf hinzuweisen, daß die intensive Auseinandersetzung mit der menschlichen Anatomie ein Muß für alle Kursteilnehmer ist, wenn sie ernsthaft mit Biovalent® Systems arbeiten wollen.

Bei der Vorbereitung eines Seminars, bei dem Studenten lernen sollten, das Potential ihrer Hände zu entdecken und differenziert mit ihnen zu spüren, machte Lowen eine weitere interessante Entdeckung: bestimmte Handareale scheinen mit bestimmten Geweben und Systemen zu korrellieren und zwar sowohl in Bezug auf ihre Wahrnehmungsfähigkeit als auch hinsichtlich ihrer Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem erkannte er, daß es mit einzelnen Handbereichen leichter möglich war, körpereigene Bewegungen in unterschiedlichen Schichten wahrzunehmen. Dieses umfassende Konzept wird, neben anderem, in "Manual Perception I + II" gelehrt. Für Therapeuten eröffnet sich damit nicht nur die Möglichkeit, klare Aussagen über das zu behandelnde Gewebe zu treffen, um auf dieser Grundlage den Einfluß anderer Systeme oder Strukturen abzuklären, sondern auch unmittelbar Behandlungsansätze zu entwickeln und anzuwenden. Ähnlich dem Reflexzonenschema für die Füße gibt es in diesem Kontext eine Übersichtskarte mit Zuordnungen für die Hände. Wenn nun die Hand eines Therapeuten auf die beschriebene Weise einklinkt, läßt sich in ihr ein Spannungsmuster wahrnehmen, das z.B. auf die Hormonlinie oder auf einen anderen bestimmten Punkt an der Hand verweist. Diese Schemakarte zeigt an, in welchem Körpersystem oder Gewebe eine Funktionsstörung vorliegt und sie vermittelt genaue Informationen über das betroffene System. Mit dem gleichzeitigen Einklinken der Hände auf dem gestörten Gewebe und auf dem mitbetroffenen Gewebe kann die Behandlung eingeleitet werden.

Um wahrzunehmen wie überaus empfindlich manche Teile auf bestimmte Gewebe reagieren, sollten Sie das Übersichtsschema der Eingeweide vor Augen haben, das in Verbindung mit der Hormontafel verwendet wird (Tafel 1). Nehmen Sie den Teil der Hand wahr, der der Leber entspricht (Tafel 2) und legen Sie die Hand zuerst auf die Leber und dann auf ein anderes Organ. Versuchen Sie das Gleiche mit dem Magen und mit weiteren Organen. Auch ohne vorheriges Handtraining werden Sie feststellen, daß Spannung und Bewußtheit der Handbereiche, die mit der Leber korrespondieren, zunehmen, wenn sich die Hand direkt über diesem Gewebe befindet.


In Manual Perception II wird vermittelt, wie man mit dem Bindegewebe unmittelbar und bis tief hinein in die Knochenstruktur kommunizieren kann, darüber hinaus werden auch die Zusammenhänge mit Sehnen und Bändern herausgearbeitet. Ein effektiver Behandlungsansatz zur Arbeit mit Narbengewebe rundet das Ganze ab.

Eine weitere Methode zur umfassenden körperlichen Untersuchung von Patienten ist Cranial Mapping. Dieser komplementär zur Arbeit mit Manual Perception zu verstehende Ansatz, wurde 1993 von Lowen entwickelt und 1995 erstmals in Therapeutic Horizons-Seminaren (Lowen/Weiselfish) vorgestellt. Diese außergewöhnliche Untersuchungsmehtode vermag auf der Basis eines Reflexzonenschemas am Kopf, detaillierte Informationen über Spannungsmuster im gesamten Körper zu liefern.
Regulatoren

Regulatoren lassen sich verstehen als eine Art Rezeptoren; mit ihren reflexiven Einflussmöglichkeiten können sie sowohl die Eigenschaften von Gewebe als auch ihr strukturelles Gleichgewicht verändern. Wenn in bestimmten Gewebebereichen erhöhte Spannungsmuster auftreten, erzeugt das am Rezeptor eine Bündelung von Kräften, was wiederum zu einer leicht erhöhten Aktivität führt. Diese natürlich auftretende Reaktion des Körpers auf Spannungsüberschuß wirkt sich regulierend auf das betroffene Gewebe aus. In der Therapie nutzt man diese Funktionszusammenhänge und arbeitet mit sanften aber präzisen Handgriffen am Gewebe, um die Bewegung im Regulator zu aktivieren. Der Therapeut kann diese Aktivität verstärken und damit in kürzerer Zeit umfassendere Heilungserfolge erzielen.

Der erste von Lowen entdeckte Regulator war ein Biomechanischer Regulator (BMR), auf den er aufmerksam wurde, als er seine Wirbelsäule in einem Übungsgerät entspannte. Dabei bemerkte er, daß sein Ilium blockiert war. Während er diese Haltung - und damit den fortgesetzten leichten Druck auf das Gelenk - beibehielt, scannte er seinen Körper und nahm wahr, wie sich in Reaktion auf diese aufgeladene Barriere weitere Spannung aufbaute. Er identifizierte eine Zone erhöhter Aktivität zwischen S5/L1 und erreichte mit ihrer gezielten Stimulation, daß sich die Spannungen im Iliosakralgelenk unmittelbar und nachhaltig lösten. Ein weiterer Behandlungspunkt am Leistenband komplettierte in der Folge die Veränderungen in der Gelenkverbindung. Die so erzielten Behandlungserfolge waren nachhaltig und es waren keine Wiederholungen nötig. Lowen untersuchte auch die weiteren Gelenkverbindungen von Wirbelsäule, Sacrum und Becken und fand ähnliche Bereiche für jede Ebene innerhalb jedes Gelenks.

Biomechanische Regulatoren sind Schlüsselspannungspunkte auf Kraftlinien, die in Phasen körperlicher Aktivität entstehen. Lowen glaubt, dass sie Rückmeldung ins Nervensystem geben und damit auch eine Basis für die unbewusste Wahrnehmung von Körperspannung und -bewegung bilden. Normalerweise ist diese Wahrnehmung verknüpft mit dem Entstehen körperlicher Anpassungsmuster. Allerdings bergen diese Mechanismen auch die möglichen (energetischen) Muster für die optimale Ausrichtung und Anwendung. Ihre Stimulation bewirkt Veränderungen im Gewebe, die zu einem optimalen Ausgleich im Bezugssystem der einzelnen Körperteile zueinander führen.

In der Folge entdeckte Lowen weitere Regulatoren für Bänder, Sehnen, Gelenke, Bindegewebe, Muskeln und viele weitere Gewebe. In Bereichen, die für das Gewebegleichgewicht maßgeblich sind, weisen viele der Regulatoren die Form eines Homunculus auf. Beispielsweise befinden sich die Körpergewebsregulatoren auf dem Sternum, wobei die Regulatoren für die Gliedmaßen auf je zwei Rippen angeordnet sind. Das Regulatorensystem als Ganzes reagiert auf Veränderungen in Lage und Spannung und sorgt für fortwährende und unmittelbare Anpassung des Körpersystems an Spannungen, die Herz- oder Lungenfunktion beeinträchtigen könnten. Mit diesen Mechanismen lassen sich Gewebespannungen schnell und ohne Kraftaufwand verändern und dauerhafte Heilungserfolge in Bezug auf Funktion, Beweglichkeit und Schmerz erzielen. Auch wenn die komplexen Funktionszusammenhänge noch nicht gänzlich geklärt sind, läßt sich ein Impuls, ausgehend vom Regulator hin zum betroffenen Gewebe, deutlich nachvollziehen und es wird angenommen, dass auch Aktivitäten in Hypothalamus und weiteren Bereichen im Mesencephalon in Zusammenhang damit stehen. Mit selbstkorrigierenden Mechanismen kommt es nicht zu Überdehnungen und die eintretenden Verbesserungen werden größten¬teils direkt in der Behandlung erzielt, wobei es nur äußerst selten zu unerwünschten Behandlungsreaktionen kommt.

Mit ähnlichen Reflexen lassen sich Spannungen der Dura mater, Gefäß- und Nervenspannungen sowie Fibrosis und weitere Funktionsstörungen im ganzen Körper behandeln. Noch einmal ganz deutlich: Diese körpereigenen Mechanismen sind dazu da, um ein Gleichgewicht zu schaffen und Verletzungen im Gewebe vorzubeugen. Was Frank Lowen lehrt ist, wo man diese Bereiche findet und wie man sie gezielt so einsetzt, dass sich ihre Funktionalität verbessert.

Rhythmen

Das vielleicht am stärksten herausragende Thema im Rahmen von Biovalent® System Manual Therapie liegt in der Bedeutung der Rhythmen. Alles Gewebe in einem lebenden Organismus zeichnet sich sowohl durch eigene, innewohnende Bewegung aus, als auch durch eine gewisse Mobilität, die es ihm passiv ermöglicht, auf Druck und Bewegung von außen zu reagieren. Daneben gibt es Rhythmen, die an physiologische Funktionen gekoppelt sind, wie z.B. Pfortaderdrainage und Atmung oder solche, die mit periodischen Aktivitäten wie Ausscheidungen im endokrinen System einhergehen. Über diese Bewegungsmuster hinaus gibt es auch noch Rhythmen, die als Teil eines selbst korrigierenden Prozesses auftreten und die sich deutlich von den anderen unterscheiden lassen.

Im Folgenden beschreibt Lowen eine vom autonomen Nervensystem gesteuerte Struktur in unseren Gliedmaßen, die offenbar die Vorlage für unser Gangmuster bildet - und zwar bereits bevor wir das Gehen "erlernen".

Von Natur aus gibt es keine regelmäßigen Rhythmen, sie alle durchlaufen Phasen von Flut und Ebbe. In jeder vermeintlich stabilen Form lassen sich rhythmische Ströme erspüren. Und sie alle unterscheiden sich voneinander.

So tragen einige Rhythmen dazu bei, innerhalb eines bestimmten Bereichs einen Hin- und Rückfluß aufrechtzuerhalten und sie helfen so, die Funktions¬einheit eines bestimmten Gewebes, eines Gewebsteils oder einer Körperfunktion aufrechtzuerhalten - und zwar dynamisch. Wieder andere Rhythmen sind mit verschiedenen Kommunikationsstrukturen zwischen Zellen, Geweben oder Körpersystemen verknüpft.


Rhythmen helfen, den Energiefluß aufrechtzuerhalten, insbesondere indem sie über die damit verbundenen Interaktionsprozesse auch Druck oder Spannungen erzeugen. Diese Spannungen wiederum helfen mit, den Fluß zu steuern oder umzuleiten, ihn anzuhalten oder zu beschleunigen und sogar, den Energiefluß durch Veränderungen wie z.B. Porosität überhaupt erst in Gang zu bringen. (Erhöhter Druck um das Lumen einer Pore verringert ihre Größe und damit auch ihre Kapazität)

Es drängt sich die Frage auf: Fließen diese rhythmischen Kräfte nur durch die einzelnen Körperteile oder sind sie auch Teil dieses energetischen Kräftespiels, das die Wahrnehmung von Gestalt hervorbringt?

Meine Erfahrung war, dass wenn genau die Bewegungsaspekte, die am engsten mit Struktur in Verbindung stehen, in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind, das Gleiche dann auch für die physische Integrität dieser Struktur gilt. Werden die Energiemuster wiederhergestellt und gleichzeitig örtlich begrenzte Abschnitte mit den jeweils gleichen Bewegungen der gesamten Struktur re-integriert, scheint das die Form in ihrer ursprünglichen Unversehrtheit wiederzusammenzuführen. Röntgenaufnahmen haben das bestätigt und diese Befunde wurden auch unterstützt durch das Verschwinden von Symptomen struktureller Störungen und durch die beinahe unmittelbare Rückkehr zu normalen Funktionsparametern sowie einer sich wiedereinstellenden Beanspruchbarkeit betroffener Gewebe. Beobachtungen dieser Art wurden dauerhaft und über einen längeren Zeitraum hinweg gemacht. (Lowen 2001)

Der gezielte Umgang mit Corrective Activity ist Bestandteil aller Biovalent® Systems Seminare. Das Identifizieren einzelner Gewebe, Systeme und Prozesse über die spezifischen, inhärenten Bewegunsmuster braucht Praxis, Übung und Disziplin; dafür ermöglicht es Zugang in tiefe Gewebeschichten und komplexe Systeme. Wer sich mit Biovalent® Systems auseinandersetzt, lernt zu unterscheiden, ob ein Bewegunsmuster frei läuft oder beeinträchtigt ist, ob sich Spannungen im Gleichgewicht befinden oder nicht und welche Behandlungsfolge am erfolgversprechendsten ist, um den Fluß wiederherzustellen, ohne Gefahr zu laufen, Rückfluß zu erzeugen. Biomechanische Korrekturen werden enorm unterstützt, wenn die Behandlung der durch das autonome Nervensystem gesteuerten Motilitäten miteinbezogen wird. Nervengewebe reagiert schnell auf gezielte Behandlung, die auch die Wiederherstellung von Bewegungsfähigkeit miteinschließt.

Biovalent® Systems-Seminare werden seit 2001 in beschränktem Umfang auch in Deutschland gelehrt. Gegenwärtig ist geplant, sowohl mit Einsteigerkursen fortzufahren, als auch weiterführende Kurse für diejenigen anzubieten, die die Basiskurse bereits absolviert haben. Zur Zeit werden die Kurse auf Englisch gehalten, jedoch gibt es ab 2005 das Einführungsseminar "Core Concepts and Skills" auch in deutscher Sprache.

Kurse in deutsch zum Thema:

Einführung : Core Conzepts

Weitere Kurse auf den Seiten der DAPM eV.


Literatur:

Jean-Pierre Barral u. Pierre Mercier, Visceral Manipulation, Eastland Press, Seattle, 1988

Jean-Pierre Barral, Visceral Manipulation II, Eastland Press, Seattle, 1989

Laurie Levine-Lowen u. Frank Lowen, Core Concepts and Skills for Biovalent® Systems, Illuminatis, 2003

Frank Lowen u. Sharon Weiselfish, Biological Analogs Neural Mobilization, Therapeutic Horizons, 1995

Frank Lowen, Biomechanical Regulators: Lower Extemities, Illuminatis, 2002

Frank Lowen, Manual Perception I, Illuminatis, 2000

Links zum Thema

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